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Gebäude auf fremdem Grund und Boden und belasteten Grundstücken

Wertermittlung bei Gebäuden auf fremdem Grund und Boden und belasteten Grundstücken

Die Bewertung von Gebäuden auf fremdem Grund und Boden richtet sich nach § 195 Abs. 2 BewG. Der Grundbesitzwert ergibt sich bei der Bewertung im Ertragswertverfahren aus dem Gebäudeertragswert (> Abschnitt 13). Ist der Nutzer verpflichtet, das Gebäude bei Ablauf des Nutzungsrechts zu beseitigen, ist der Vervielfältiger nach Anlage 21 BewG anzuwenden, der sich für die am Bewertungsstichtag verbleibende Nutzungsdauer ergibt. Die Regelung zur Mindestrestnutzungsdauer nach§ 185 Abs. 3 Satz 5 BewG (> Abschnitt 23 Abs.6) ist in diesen Fällen nicht anzuwenden. Bei der Bewertung des Gebäudes auf fremdem Grund und Boden im Sachwertverfahren ergibt sich der Grundbesitzwert aus dem Gebäudesachwert (> Abschnitt 25). Ist der Nutzer verpflichtet, das Gebäude bei Ablauf des Nutzungsrechts zu beseitigen, bemisst sich die Alterswertminderung (§ 190 Abs. 2 Sätze1 bis 3 BewG) nach dem Alter des Gebäudes am Bewertungsstichtag und der tatsächlichen Gesamtnutzungsdauer. Die Regelung zum Mindestrestwert nach § 190 Abs. 2 Satz 4 BewG (> Abschnitt 31 Abs. 5) ist in diesen Fällen nicht anzuwenden. Ein Bodenwertanteil ist bei Gebäuden auf fremdem Grund und Boden nicht zu berücksichtigen.

Die Bewertung von mit fremden Gebäuden belasteten Grundstücken richtet sich nach § 195 Abs. 3BewG. Die Abzinsung des Bodenwerts (§ 195 Abs. 3 Satz 2,§ 193 Abs. 4 in Verbindung mit der Anlage 26 BewG) und die Kapitalisierung des Nutzungsentgelts (§ 195 Abs. 3 Satz 3BewG in Verbindung mit der Anlage 21 BewG) erfolgt in Anhängigkeit der Restlaufzeit des Nutzungsrechts. Die Restlaufzeit ist auf volle Jahre abzurunden. Ein Gebäudewertanteil ist nicht zu berücksichtigen.


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